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„Was ist eigentlich der Widerstand in Krankenhäusern?“

Wenn Ihre beste neue Führungskraft nach Monaten hinwirft, liegt es selten an ihr.

Die Frage – was ist eigentlich der Widerstand in Krankenhäusern? – ist nachvollziehbar, führt aber in die Irre. Denn sie trägt bereits die Annahme in sich, es gäbe DEN Widerstand. Als wäre es ein Ding, das man benennen, packen und wegmoderieren kann.

Was wir umgangssprachlich als „Widerstand“ bezeichnen, ist meist kein bewusster Akt. Es ist unbewusste Abwehr. Und solange Führung das nicht versteht, verliert sie genau die Menschen, die sie eigentlich gewinnen wollte – manchmal die beste neue Führungskraft gleich mit.

Warum Führung verstehen muss, was unter der Oberfläche geschieht

„Sabine, Sie müssen lernen, so ein Haus zu lesen.“ Der Satz kam von einem erfahrenen Geschäftsführer, als ich als Personalerin das erste Mal ins Krankenhaus eintrat.

Was er meinte, nennt man die Psychodynamik der Veränderung – und sie zu verstehen hilft, wirksam durch Veränderungen zu steuern.

Jetzt könnte man sagen: Schön und gut, aber das ist doch Sache von Psychologen, nicht von Führungskräften.

Falsch. Und hier kommt der Punkt, an dem es für jedes Management interessant wird, das sein Haus verändern will.

Eine neue Führungskraft, die das Muster nicht kennt, deutet psychosoziale Abwehr als persönliches Versagen – das eigene oder das der Mitarbeitenden. Sie kämpft, rechtfertigt sich, zieht sich zurück oder fährt härtere Geschütze auf. Alles falsch. Denn gegen Abwehr kommt man mit Sachargumenten nicht an. Wer Projektion mit einem Argument beantwortet, gießt Öl ins Feuer.

Aber was heißt „Abwehr“ konkret? Im Krankenhaus zeigt sie sich vor allem in drei Mustern:

Übertragung. Mitarbeitende begegnen einer neuen Führungskraft nicht als der Person, die sie ist. Sie begegnen ihr als Repräsentantin all dessen, was frühere Leitungen, frühere Reformen, frühere Enttäuschungen hinterlassen haben. Die Neue wird behandelt wie die Alte – obwohl niemand sie kennt.

Projektion. Eigene Ängste und Aggressionen werden nach außen verlagert.

„Die will uns nur Arbeit aufladen.“

„Die versteht unser Haus nicht.“

„Die ist doch nur vom Management geschickt.“

Sätze, die mehr über den Zustand des Systems verraten als über die Person, die sie treffen.

Identitätsschutz. In Häusern mit langer Geschichte ist die kollektive Identität eng mit gewachsenen Strukturen und Ritualen verknüpft. Veränderung fühlt sich dann nicht nach Entwicklung an, sondern nach Bedrohung.

„So machen wir das hier schon immer“ will niemand hören. Es ist aber ein Schutzmechanismus.

Was will dieser Satz schützen – und wie hole ich die Menschen besser ab?

Eine Führungskraft, die weiß, dass sie es mit Abwehr zu tun hat, reagiert völlig anders. Sie nimmt einen Angriff nicht persönlich. Sie versteht ihn als Information über den Zustand des Teams. Und sie kann anfangen, die Menschen dort abzuholen, wo sie wirklich stehen – bei ihrer Angst, nicht bei ihrem vorgeschobenen Argument.

Führungskräfte sind der Motor wirksamer Veränderung in Organisationen. Das ist der Grund, warum dieses Wissen zur Führungsrolle gehört – als Handwerkszeug.

Innovationshemmnisse im Krankenhaus – was sagt die Forschung?

Es gibt nicht eine Ursache und nicht eine Lösung. Es gibt ein Bündel sehr unterschiedlicher Gründe, und die Kunst besteht darin, den richtigen zu erkennen, bevor man reagiert.

Eine litauische Studie an sechs Universitätskliniken (Drejeris & Drejeriene, 2022) hat Mitarbeitende systematisch befragt und elf verschiedene Ursachen für Veränderungswiderstand herausgearbeitet – von psychologischer Unvorbereitetheit über Angst vor dem Scheitern und mangelndes Vertrauen ins Management bis hin zur Zerstörung eingespielter Arbeitsgruppen. Für jede dieser Ursachen braucht es eine andere Antwort.

Drejeris & Drejeriene (2022) identifizierten in litauischen Kliniken elf Ursachen für Veränderungswiderstand – und ordneten jeder eine passende Führungsstrategie zu. Einige Beispiele:

  • Psychologische Unvorbereitetheit → Aufklärung, Schulung, Sicherheit geben
  • Angst vor dem Scheitern → Ermutigung, Fehlerkultur, Begleitung
  • Mangelndes Vertrauen ins Management → Vertrauen aufbauen, bevor man Inhalte vermittelt
  • Fehlende Information → frühzeitig und ehrlich kommunizieren
  • Auflösung eingespielter Teams → Beteiligung, neue Zugehörigkeit schaffen

Bemerkenswert: 71 % der Befragten waren nach eigener Einschätzung psychologisch nicht auf Veränderung vorbereitet – und widerstanden ihr „zumindest unbewusst“. Genau hier beginnt das, was man in der Psychodynamik Abwehr nennt.

Unbewusstes Widerstehen in der Pflege

Wenn 71 Prozent der Menschen einer Veränderung unbewusst widerstehen (Drejeris & Drejeriene, 2022), dann reden wir über Abwehr. Sie beschreibt, wie Menschen – und ganze Systeme – sich vor etwas schützen, das sie als Bedrohung erleben. Nicht mit Argumenten, sondern mit unbewussten Mustern (Giernalczyk & Lohmer, 2010).

„Widerstände überwinden“ – diesen Satz habe ich unzählige Male gehört. Er klingt entschlossen, rational, ist aber ein Denkfehler. Abwehr überwindet man nicht. Man versteht und contained sie.

Ein internationaler Review zu Widerstandsursachen in der Pflege (Cheraghi et al., 2023) benennt ausdrücklich „negative und defensive Gefühle“ – Angst, Misstrauen, Wut – und sogar konkrete Abwehrmechanismen wie Pessimismus, der unbewusst eingesetzt wird, um Stress zu senken.

Das passiert nicht aus böser Absicht. Das Gehirn tut dies, um sich vor Stress zu schützen.

Cheraghi et al. (2023) nennen als organisationale Ursache den Konflikt mit der kollektiven Identität. Damit bestätigt die Wissenschaft, was sich im Alltag mit hohen Krankenquoten, Boykott und verbalen Angriffen gegen Führung zeigt: Hier wehrt sich kein einzelner Mensch. Hier schützt sich ein ganzes System.

Warum trifft das Krankenhäuser besonders hart?

Weil sie strukturell vorbelastet sind: jahrzehntelanger Reformdruck, chronische Unterfinanzierung, hohe emotionale Last – und eine Berufskultur, in der Funktionieren und Durchhalten zum Selbstverständnis gehören. Schwäche zeigen, Hilfe annehmen, sich verändern – das widerspricht oft dem, wofür Menschen in Pflege und Medizin sozialisiert wurden.

Containment: die vielleicht wichtigste Führungsaufgabe

Betriebsübergang, zwei Standorte werden zu einem. Die Verträge sind wasserdicht, der Besitzstand zugesichert. Alle denken: Jetzt ist doch alles geregelt. Und dann kündigt ein ganzes Team auf einmal – kollektiv.

Was war passiert? Nichts an den Fakten. Aber die Menschen hatten das Vertrauen verloren. Die direkte Führungskraft hatte aufgegeben, Gestaltungswillen für das neue, zusammengewürfelte Team zu zeigen. Grabenkämpfe überwogen. Niemand hat die Angst, die Wut, die Unsicherheit gehalten – niemand hat containt.

Creative collage depicting a sad man sitting on big palms that protect him.

Für genau das, was hier gefehlt hat, gibt es in der psychodynamischen Tradition (Bion, Tavistock) einen Begriff: Containment. Er beschreibt etwas, das gute Führungskräfte oft intuitiv tun – aber selten benennen können.

Eine Führungskraft, die contained, nimmt die Angst, die Wut, die Unsicherheit des Teams auf. Sie hält das aus, ohne es zurückzuwerfen und ohne selbst in Panik zu verfallen. Und sie gibt es verarbeitet, in verträglicher Form zurück. Bildlich gesprochen ist sie das Gefäß, in dem die unerträglichen Gefühle des Systems bearbeitbar werden – so lange, bis das Team sie selbst halten kann.

Das ist keine Gefühlsduselei und kein Zusatz zur eigentlichen Arbeit. Es ist die Arbeit. In einem System, das sich in Abwehr befindet, entscheidet die Fähigkeit zu containen darüber, ob Menschen wieder ansprechbar werden – oder ob sie sich weiter verschanzen.

Ihre Aufgabe in der Veränderung ist nicht, sofort die beste Lösung zu liefern. Sie ist zuerst, den Druck im Raum auszuhalten, ohne ihn weiterzugeben. Wer das kann, wird zum Anker – und Anker bewegen Menschen mehr als Argumente.

Der unterschätzte Hebel: die direkte Führungskraft

Mitarbeitende orientieren sich in erster Linie nicht an der Geschäftsführung. Nicht am Leitbild an der Wand. Nicht an der Hochglanz-Mail zur neuen Strategie. Sie orientieren sich an dem, was ihre direkte Führungskraft tut und sagt – und daran, ob sie sich von ihr als Mensch ernst genommen fühlen, mit allen Bedenken und Sorgen. Die Stationsleitung, die Teamleitung, der Chefarzt – das sind die Menschen, an denen abgelesen wird, ob eine Veränderung ernst gemeint ist, ob sie bedrohlich ist, ob man mitgehen kann.

Das macht die Basisführungskraft zum wichtigen Motor jeder Veränderung. Und es erklärt auch die Kehrseite: Wenn diese Führungskraft selbst in Abwehr verstrickt ist, überfordert, ohne Rückhalt oder ohne das Handwerkszeug, Menschen durch Unsicherheit zu führen – dann stockt der Wandel im ganzen Bereich. Nicht weil die Strategie schlecht war. Sondern weil der Motor nicht ansprang.

Auch das deckt sich mit der Forschung: Drejeris & Drejeriene nennen mangelndes Vertrauen in die Führung als eine der gewichtigsten Widerstandsursachen – und betonen, dass Organisationen mit hohem Vertrauen deutlich weniger Widerstand erleben. Vertrauen entsteht aber nicht im Vorstandsbüro. Es entsteht im direkten Kontakt.

Wer Veränderung will, muss in seine Führungskräfte investieren. Sie sind der Punkt mit der größten Hebelwirkung – nicht die teuerste Strategieberatung, nicht das nächste Reformprogramm. Sondern die Frage, ob die Führungskräfte vor Ort gelernt haben, Menschen mitzunehmen.

Sie erkennen Ihr Haus in diesem Text?

Dann lassen Sie uns sprechen – darüber, wie aus Führungskräften der Motor Ihrer Veränderung wird.

Literatur

  • Cheraghi, R., Ebrahimi, H., Kheibar, N. & Sahebihagh, M. H. (2023). Reasons for resistance to change in nursing: an integrative review. BMC Nursing, 22, 310.
  • Drejeris, R. & Drejeriene, E. (2022). Novel Approach to the Actions for Causes Elimination of Staff Resistance to Innovative Change. Journal of Multidisciplinary Healthcare, 15, 1011–1022.
  • Ford, J. D., Ford, L. W. & D’Amelio, A. (2008). Resistance to change: The rest of the story. Academy of Management Review, 33(2), 362–377.
  • Giernalczyk, T. & Lohmer, M. (2010). Das Unbewusste im Unternehmen: Psychodynamik von Führung, Beratung und Change Management. Stuttgart: Schäffer-Poeschel.

Teamsitzung, Dienstbesprechung, Meeting gut strukturieren: Chefin sein heißt auch, sichtbar zu führen.

Die Idee zu diesem Beitrag entstand in einer Beratungssituation, die mir so in meiner Arbeit mit Führungskräften im Gesundheitswesen immer wieder begegnet: Ob Arztpraxis, Pflegeeinrichtung oder Krankenhaus – über Jahre hinweg laufen Team- bzw. Dienstbesprechungen fast von selbst – oft dank erfahrener Mitarbeitender, die Organisation und die Moderation sehr routiniert übernehmen. Und dann kann kommt es zu einem Bruch:

  • Entweder weil diese Schlüsselperson das Team verlässt z.B. in den Ruhestand gehen. Dann zeigt sich plötzlich ein Vakuum: Wer sorgt jetzt für Struktur, klare Themen und guten Informationsfluss?
  • Oder neue Mitarbeitende kommen in das Team und fühlen sich nicht ausreichend eingebunden. Warum? Gerade die Gen Z (aber auch wir Yer) legen wert auf Beteiligung.

Oft wird unterschätzt, dass Dienstbesprechungen viel mehr sind als bloße Organisation. Sie sind ein starkes Führungsinstrument, um direkt mit dem Team in Kontakt zu treten und die Rolle als Leitung sichtbar auszufüllen. Auch wenn die Moderation delegiert werden kann, bleibt es Führungsaufgabe, den Rahmen zu setzen und präsent zu sein.

In diesem Blogbeitrag zeige ich, wie zeitgemäße Dienstbesprechungen klar strukturiert, effizient und im Sinne eines guten Arbeitsklimas gestaltet werden können.

1. Klare Zielsetzung bei Dienstbesprechungen:

Jede Dienstbesprechung braucht ein klares Wozu.

Bevor die Sitzung angesetzt wird, sollte klar sein: Worum geht es?

A) Entscheidungen treffen: Wie gestalten wir die Urlaubsvertretung im Sommer?

B) Sachinformationen austauschen: Welche Informationen sind für das gesamte Team relevant?

C) Ideen sammeln oder Feedback einholen: Welche drei Maßnahmen könnten unsere Teamkommunikation verbessern?

D) Reflexion: Was lief gut? Wo klemmt es? Im Sinne einer guten Fehlerkultur: Machen Sie die Dinge zum Thema bevor sie zum großen Thema werden.

E) Kultur (Teamgefühl, Wertschätzung): Worauf können wir heute als Team stolz sein – einfach, weil wir so arbeiten, wie wir es tun?  

Praxis-Tipp:

Um den Rahmen zu setzten reicht ein Satz zu Beginn: „Heute schauen wir, wie wir die Urlaubsvertretung im Sommer organisieren?“

Kommunizieren Sie gleich zu Beginn, was nicht zur Diskussion steht: „Folgende Eckpunkte sind (gemäß Dienstvereinbarung) gesetzt und stehen nicht zur Diskussion.“

Der Fokus der Aufmerksamkeit beeinflusst Denken, Fühlen und Handeln. Im Stress des Alltags geht es manchmal unter, sich auf Erfolge zu fokussieren. Bauen Sie das Element der Kultur-Fragen in Ihre Standard-Dienstbesprechung als festen Baustein mit ein. Das hebt die Stimmung.

2. Einladung mit durchdachter Tagesordnung: Wer muss bei der Dienstbesprechung dabei sein?

Laden Sie gezielt nur die relevanten Personen zur Teambesprechung ein. Eine klare Tagesordnung bzw. Agenda hilft, die Zeit sinnvoll einzuteilen.

  1. Begrüßung & Zielsetzung (5 Min)
  2. Wichtige Updates & Informationen (10 Min)
  3. Diskussion & Entscheidungen (z.B. zur Urlaubsfrage) (15 Min)
  4. Kultur: Worauf können wir in der letzten Woche Stolz sein? (10 Min)
  5. Aufgabenverteilung & nächste Schritte (5 Min)

Praxis-Tipp:

Wiederkehrende Routinen reduzieren die Komplexität des Alltags. Aber regelmäßig sollte überprüft werden, ob der Rhythmus der Dienstbesprechungen noch sinnvoll ist.

  • Braucht es einen kürzeren Abstand, dafür kürzere DBs?
  • Nehmen wir die Kulturfragen besser 1x im Monat in den Blick statt wöchentlich?

Sie kennen Ihr Team am Besten. Starten Sie zunächst mit einer klar geplanten Struktur. Gestatten Sie sich aber auch Anpassungen. Strukturiertes Arbeiten bedeutet auch, ineffiziente Muster zu erkennen und die TOPs oder auch die Sitzungsfrequenz anzupassen. Lernende Teams halten nicht an unbrauchbaren Strukturen fest, sondern ändern diese nach ihren Bedarfen.

Teambesprechungen als Führungsinstrument

Führen Sie Team­meetings, die fokussiert bleiben und Ihr Team wirklich weiterbringen. Checkliste gratis herunterladen.

3. Fokussierte Moderation: Struktur reinbringen

Jede Teamsitzung braucht eine Sitzungsleitung, die für eine stringente Moderation sorgt. Die Moderation sorgt dafür, dass sich niemand verzettelt und alle zu Wort kommen.

  • Lenken der Diskussion: Konzentration auf das Hauptthema – „Lass uns beim Thema bleiben„.
  • Timeboxing: Zeitmanagement für jeden Tagesordnungspunkt – „Wir haben noch 5 Minuten für diesen Punkt
  • Unterbrechung bei Abschweifungen: Themen gezielt zurück auf den Punkt bringen. Bremsen, wenn nötig: „Diesen Punkt klären wir besser in einer kleineren Runde.
  • Herbeiführen klarer Entscheidungen: Einigung und Abschluss von Diskussionen, z.B. „Sind wir uns einig, dass wir es so machen?

Praxis-Tipp:

Die Moderation kann durch die Leitungskraft erfolgen, muss es aber nicht. In manchen Teams, mit denen ich gearbeitet habe, hat die Teamleitung die Sitzungsleitung bewusst an eine andere Person, die über gute Moderations-Skills verfügt, delegiert. Das schafft geistige Kapazitäten zum Mitdiskutieren. (die Rahmensetzung verbleibt bei der Führungskraft)

4. Struktur durch Visualisierung

Gerade bei komplexen Themen hilft es, Inhalte bei Dienstbesprechungen mit visuellen Inhalten sichtbarer zu machen. Zum Beispiel durch Flipcharts, Whiteboards oder digitalen Tools wie PowerPoint oder spezielle Apps:

  • Ergebnisse auf dem Flipchart protokollieren
  • To-dos mit einem Kanban-Board sichtbar machen
  • Stärken-Schwächen-Analyse auf einem Whiteboard

Praxis-Tipp:

Monologe, das Verlesen von Protokollen, Mahnungen und das passive Abarbeiten von Listen sind old school. Moderne DBs leben von einem strukturierten Miteinander.

Der immer wiederkehrende Ablauf einer Tagesordnung bleibt auf einem fest gestalteten Flip-Chart stehen.

5. Effiziente Protokollierung von Dienstbesprechungen: Ergebnisse festhalten

Lange Protokolle rauben Zeit und werden daher oft nicht gelesen. Gleichzeitig ist nichts frustrierender als Meetings ohne klare Ergebnisse. Deshalb: Am Ende jeder Besprechung knackig festhalten:

  • Welche Entscheidung wurde getroffen?
  • Wer ist für welche Aufgabe verantwortlich?
  • Bis wann wird sie erledigt?

Praxis-Tipp:

Ein kompaktes (!) Protokoll sorgt für Verbindlichkeit und erspart Missverständnisse.

Bonus: Teamorientiert und effizient Entscheidungen treffen – mit der Widerstandsanalyse

Ein einfaches und gleichzeitig wirkungsvolles Instrument zur demokratischen Entscheidungsfindung ist die Widerstandsanalyse. Sie funktioniert so:

Es wird offen ins Team gefragt:

„Bitte zeigt mir per Finger auf, wie hoch euer Widerstand gegen diese Maßnahme ist.“:

1 = Sehr gering, ich bin einverstanden.

5 = Sehr hoch, das gefährdet unsere Arbeit.

Anschließend wird reihum nach den Gründen gefragt. Alle Bedenken und Einwände werden gehört und dokumentiert. Besonders wichtige Punkte werden in der nächsten Dienstbesprechung wieder aufgegriffen.

Das hat zwei große Vorteile:
✅ Das Team fühlt sich ernst genommen und beteiligt.
✅ Mögliche Risiken oder blinde Flecken kommen früh auf den Tisch – bevor Vorhaben später scheitern.

(Quelle: Oestereich,B., Agile Organisationsentwicklung, 2019)

Bonus: Tägliche Abstimmung – mit dem Huddle

Ein Huddle ist ein kurzes, interdisziplinäres Steh-Meeting – meistens zu Beginn des Tages oder einer Schicht.
Er stammt ursprünglich aus dem Sport („Wir stecken kurz die Köpfe zusammen“), wird aber z. B. in Kliniken, Pflegeheimen und Praxen sehr erfolgreich eingesetzt.

Warum der Huddle so gut funktioniert:
✅ Schnell (5–15 Minuten)
✅ Keine Technik notwendig
✅ Alle wissen, was heute wichtig ist
✅ Fördert Teamgefühl und Präsenz der Führungskraft


Typischer Ablauf eines Huddles:
Begrüßung & Ziel des Tages
„Guten Morgen, wir schauen kurz, was heute für alle wichtig ist.“
Kurze Updates oder wichtige Hinweise
➜ Wer fehlt?
➜ Gibt es Besonderheiten bei Patienten?
➜ Was hat Priorität?
3️⃣ Runde durchs Team
➜ „Braucht heute jemand Unterstützung?“
4️⃣ Positiver Abschluss
➜ „Gibt es etwas, worauf wir heute besonders achten wollen?“

Siehe hierzu:

https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/wig/leanhealthch/wissensdatenbank/leanhealth-toolsammlung/huddle-board

https://www.leanhealth.ch/transformation/what/tool.php?ID=15

Führungskräfteentwicklung

Wir stehen neben Ihnen, wenn Ihre Mitarbeiter neben sich stehen. Für einen empathischen Führungsstil, der Leitplanken definiert und Orientierung in einer agilen, sich schnell verändernden Arbeitswelt bietet.

Fazit: Strukturierte Dienstbesprechungen steigern die Produktivität

Eine durchdachte Struktur, klare Moderation und eine gute Vorbereitung verwandeln ineffektive Teamsitzungen in zielführende Dienstbesprechungen. So werden Zeit gespart, die Zusammenarbeit verbessert und Entscheidungsprozesse optimiert.

Generationen im Widerspruch und ein Blick auf Führung von altersgemischten Teams

„Ihr Z-ler und eure „Life-Life-Balance“

Die Generation Z – viel diskutiert, oft kritisiert. Aber was steckt wirklich hinter den Vorurteilen? Lassen Sie uns gemeinsam einen differenzierten Blick auf die Arbeitswelt der jungen Generation werfen und überlegen, was moderne Führung ausmacht.

Generation Z im Fokus

Eigene Darstellung in Anlehnung an Deutsches Institut für Marketing: Es gibt keine verbindlich festgeschriebene Definition. Daher variieren je nach Quelle die angenommenen Geburtszeiträume in Bezug auf die jeweils zugeordnete Generationsbezeichnung. Die Darstellung ist in Anlehnung an das Deutsche Institut für Marketing, um eine Orientierung zu bieten.

In meinen Supervisionsgruppen an der Hochschule erlebe ich jedes Semester eine lebendige Zusammenarbeit mit etwa 30 jungen Menschen der Generation Z. Ein Thema, das immer wieder auftaucht: „Die älteren Kollegen im Praxisjahr sagen, wir würden nicht mehr richtig arbeiten.“ Wenn ich Führungskräften davon erzählte, kommt nicht selten die Reaktion: „Stimmt doch auch.“

Doch ich lade ein, genauer hinzuschauen. Mit einem Augenzwinkern frage ich dann: „Wer hat diese Generation denn erzogen? Richtig! Die „Generation Burn-out“ Und sind wir nicht alle ein Produkt unserer Zeit und Erfahrungen?“

Es ist kein Geheimnis: Die Generation Z (aber auch die Gen Y) wünscht sich eine modernere Art der Führung. Sie wollen auf Augenhöhe wahrgenommen werden, schätzen klare Strukturen und empfinden wenig Scheu, den Arbeitgeber zu wechseln, wenn die Bedingungen nicht passen. „Sie können mit den Füßen abstimmen und tun dies auch,“ kommentierte eine Teamleitung treffend. Dank digitaler Medien sind sie informiert wie keine Generation zuvor und wissen ihren Marktwert zu nutzen.

Generationen-Schubladen: Hilfreich oder hinderlich?

Auch ich finde es befremdlich, wenn andere über „meine“ Generation Y forschen und dabei pauschale Thesen entwickeln, die so gar nicht zu meiner eigenen Situation passen. So erging es mir vor Kurzem, als ich eine Studie im Supervisions-Magazin las, geschrieben von einer „Boomerin“. „Ich bin doch kein Alien“, sagte meine innere Stimme. Wir sollten vorsichtig sein, Menschen zu stark in Generations-Schubladen zu stecken!

Ja, prägende Ereignisse in der sogenannten formativen Phase beeinflussen Alterskohorten – das zeigt das Institut für Generationenforschung. Gleichzeitig weist der Soziologe Martin Schröder (kma-online im Juni 2024) darauf hin, dass die Bedeutung von Arbeit auch schon vor 40 Jahren altersabhängig war. „Mit 19 wollte ich auch nur das besitzen, was in meinen Bulli passte … und dann kamen auch bei mir die ‚3K‘: Kind, Kombi, Kontoauszug,“ kommentierte eine Führungskraft in einem unserer Workshops.

Entscheidender als die Generation ist häufig die Lebensphase, in der sich jemand befindet!

Jeder möchte gesehen werden. Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitenden und sehen Sie den jeweiligen Menschen mit seinen individuellen Herausforderungen und Bedürfnissen (unabhängig von der Generation).

Was zeichnet die Generation Z aus?

Die GenZ ist leistungsbereiter als ihr Ruf!

Hier einige Stichpunkte aus der aktuellen Forschung (in Anlehnung an das Institut für Generationenforschung, H. Maas,2024):

Sie ist die kleinste Alterskohorte seit dem Zweiten Weltkrieg (4,6 Millionen in Deutschland).

  • Ihre Berufswahl orientiert sich stark an persönlichen Werten und Interessen.
  • Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung spielen eine große Rolle.
  • Klare Grenzen und empathische Führung sind ihnen wichtig.
  • Das Arbeitsklima zählt und, anders als ihre Vorgänger-Generation, bevorzugen sie wieder eine klarere Trennung von Arbeit und Leben (ein Plus für Unternehmen, wo die Arbeit an der Arbeit bleibt).
  • Durch die krisenhaften Zeiten spielt eine enge Bindung zur Familie wieder eine größere Rolle – ein Vorteil für Traditionsunternehmen.

Herausforderungen für moderne Führung

Im Personalmanagement haben wir das geflügelte Wort: „Mitarbeitende kommen zum Unternehmen, aber sie verlassen ihre Führungskraft.“ Führungskräfte, die den Dialog über Generationengrenzen hinweg aktiv fördern, sind klar im Vorteil. Dies bestätigt das Forschungsprojekt „Generationenmanagement und Führung“ an der Uni Kassel (Angeli, 2018), aus dem wir folgende Führungsempfehlungen ziehen:

  • Zeigen Sie echtes Interesse an den einzelnen Mitarbeitenden.
  • Schaffen Sie Raum für Zusammenarbeit und Innovation im Team.
  • Fördern Sie individuelle Stärken und Kompetenzen.
  • Implementieren Sie transparente Entwicklungspläne und Gleichberechtigung zwischen Fach- und Führungskarrieren.
  • So genannte New-Work-Ansätze lassen sich im Kleinen auch in Pflegeteams übernehmen (Blog-Beitrag hierzu folgt)

Mein Fazit:

Gute Führung ist keine Frage der Generation, sondern der Haltung. Sie kann die Arbeitszufriedenheit erhöhen, emotionale Erschöpfung verringern und die Loyalität der Mitarbeitenden stärken (Angeli, 2018). Die Generation Z hat jedoch eine Besonderheit: Sie möchte nicht mehr nur aushalten, sondern aktiv mitgestalten. Dort, wo ihnen das nicht ermöglicht wird, gehen sie (weil sie es können).

Mein Appell:

Lassen Sie uns den Dialog suchen. Statt über eine Generation zu sprechen (egal ob Boomer, X, Y, Z oder Alpha), reden wir miteinander. Konflikte sind unvermeidbar, aber sie lassen sich lösen – mit Humor, Offenheit und gegebenenfalls externer Moderation durch eine professionelle Supervisorin einen professionellen Supervisor.

Möchten Sie mit Ihrem Team in diesen Dialog eintauchen? Unsere Teamentwicklungs- und Führungskräfte-Workshops bieten den passenden Rahmen: „Wie können wir uns aufstellen, damit junge Generationen zu uns kommen und bleiben?“

Denn eines ist sicher: Mit Dialog und etwas Humor lässt sich der Clash der Generation „Life-Life-Balance“ mit der Generation „Dübeln-statt-Grübeln“ wunderbar meistern.

Case Study: Verbesserte Führungskultur durch den Einsatz von kollegialer Fallberatung in Reflecting Teams

Wir wurden zur Begleitung der Führungskräfte in den laufenden Transformationsprozess eines Krankenhauses (1200 Mitarbeitende) gerufen. Dem vorausgegangen waren umgehend umzusetzende Umstrukturierungsmaßnahmen zur Abwendung einer Insolvenz. Man kann sagen, es mussten „lebensrettende Sofort-Maßnahmen“ ergriffen werden. Das bedeutete, dass eine lehrbuchmäßige, strukturierte Personalentwicklung nicht möglich war und Mitarbeitende sich schnell an viele Änderungen gleichzeitig anpassen mussten.

Es muss herausgestellt werden, dass eine umfangreiche Veränderung wiederum nur funktionieren kann, wenn das Personal diese Änderungen auch mitträgt. In Zeiten des Fachkräftemangels besteht immer die Gefahr, dass Mitarbeitende abwandern und das Vorhaben scheitert (so geschehen 2023 in Niedersachsen)

🔍  Beratungsansatz: Um das Ziel der Mitarbeit im Wandel zu erreichen, arbeiteten wir mit der unteren Führungsebene in Workshops und nahmen die Psychodynamik des Sanierungsprozesses in den Blick. Wir erarbeiteten gemeinsam Lösungen, wie die Führungskräfte ihre Mitarbeitenden motivieren und mit auf die Reise der Veränderung mitnehmen. Um das System von innen heraus zu stärken, etablierten wir zusätzlich die Kollegiale Fallberatung in Reflecting Teams. Die Führungskräfte (geprägt von einer früheren Kultur des Micromanagements und Misstrauens) lernten einander zu vertrauen und sich zu unterstützen. Sie erkannten, dass sie nicht allein mit ihren Herausforderungen waren und dass alle auf der Suche nach Orientierung waren.

📈  Ergebnis: Die Kollegiale Fallberatung erwies sich als effektives Mittel zur Stärkung der Leitungsebene. Durch die gemeinsame Beratung konnten Wissen und Kompetenzen ausgetauscht werden. Die Führungskräfte wurden in die Lage versetzt, eigenständig Lösungspotenziale zu heben. Gleichzeitig hatten sie einen psychologisch sicheren Ort an dem sie nicht nur neue Ideen entwickeln, sondern auch für ihre eigene Psychohygiene sorgen konnten. Dies führte zu einer verbesserten Führungskultur, einer Steigerung der Motivation sowie zu einem gestärkten Zusammenhalt innerhalb der Organisation.

Die vier Schritte der kollegialen Fallberatung in Reflecting Teams

  1. Fallvorstellung: Die ratsuchende Führungskraft (Fallgeberin) wird von der Supervisorin zu ihrem Thema interviewt und sie arbeiten eine Fragestellung heraus, zu der das Reflecting-Team befragt werden soll. Z.B. „Zwei Mitarbeiter in meinem Team haben einen Konflikt, der sich negativ auf das gesamte Team auswirkt. Wie kann ich effektiv zur Konfliktlösung beitragen und die Zusammenarbeit im Team wieder stärken?“ Das Reflecting Team hört aufmerksam zu und redet nicht.
  2. Klarheit schaffen: Nach einiger Zeit bittet die Supervisorin das Reflecting-Team Klärungsfragen zu stellen, die aus der Fallbeschreibung offen sind. Z.B. Seit wann besteht der Konflikt? Welche Schritte wurden bereits versucht? Gibt es Missverständnisse oder unterschiedliche Erwartungen? Die Fallgeberin antwortet. Keine Diskussion!
  3. Reflexion: Die Fallgeberin hört zu und schweigt (Online wird die Fallgeberin stumm geschaltet und macht das Video aus). Das Reflecting-Team spricht über das Gehörte und tauscht Wahrnehmungen und Gedanken aus und entwickelt Lösungsansätze für die Fragestellung. Wichtig ist, dass dies in einer wertschätzenden, unterstützenden und lösungsorientierten Weise geschieht.
  4. Nächste Schritte: Anschließend sprechen Supervisorin und Fallgeberin über die Schritte, die die Fallgeberin daraus ableitet. Z.B. „Ich habe in der Diskussion des Reflecting-Teams erkannt, dass ich auch nicht mehr neutral bin und werde mit beiden sprechen, um eine externe Mediation zu beauftragen“.

Führen ohne Vertretungsmacht?

Eine Führungskraft ist nur so erfolgreich, wie es ihre Mitarbeitenden zulassen.“

Ein Satz, der zum Nachdenken anregt – und vielleicht auch provoziert. Egal, ob Sie formale Personalverantwortung tragen oder in einer Stabsstelle arbeiten: Wahre Führungsstärke zeigt sich darin, Menschen zur Zusammenarbeit zu bewegen – auch ohne direkte hierarchische Befugnisse. 

Dies ist die wahre Meisterklasse der Führung.

Was ist die Herausforderung?

Gerade in flachen Hierarchien und Matrixorganisationen wie Krankenhäusern oder in Stabstellen wie dem Projekt- und Qualitätsmanagement kommt es besonders darauf an, andere zur Mitarbeit zu motivieren – auch ohne formale Weisungsbefugnis. Operative Teamleitungen und deren Stellvertretungen stehen vor einer ähnlichen Herausforderung: Sie tragen hohe Verantwortung gegenüber den zu betreuenden Klienten/Patienten/Kunden und verfügen über begrenzte formale Durchsetzungsmacht, insbesondere in der Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen. Hier wird deutlich: Führung funktioniert nur, wenn Menschen freiwillig mit Ihnen kooperieren.

Doch wie gelingt Führung, ohne die „Machtkarte“ auszuspielen? Die Antwort liegt in der informellen Führung. Führung durch Persönlichkeit kann besonders effektiv sein, wenn Sie persönliche Fähigkeiten, Fachwissen, Charisma und Beziehungspflege mit gelebten Werten verbinden. Informelle Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle, indem sie durch ihr Verhalten Einfluss nehmen und andere inspirieren.

Wie Sie informelle Führung entwickeln können

  1. Beziehungsaufbau
    • Investieren Sie in den Aufbau starker, vertrauensvoller Beziehungen. Zeigen Sie Empathie, hören Sie aktiv zu und bieten Sie Unterstützung an.
    • Fördern Sie eine regelmäßige, offene Kommunikation, um ein Umfeld des Vertrauens und der Zusammenarbeit zu schaffen.
  2. Fachliche Weiterentwicklung:
    • Kontinuierliche Weiterbildung und das Teilen von Wissen sind entscheidend. Informelle Führungskräfte treten oft als Mentorinnen und Förderer auf.
    • Durch den Austausch von Wissen und Erfahrungen stärken sie ihre Position und ihren Einfluss.
  3. Vorleben von Werten und Kultur:
    • Leben Sie die Werte und Kultur Ihrer Organisation vor. Konsistentes Handeln im Einklang mit diesen Werten verleiht Ihnen Glaubwürdigkeit und stärkt Ihren Einfluss.

Die Entwicklung des persönlichen Führungsstils hängt maßgeblich von der eigenen Persönlichkeit ab – doch nicht jeder kennt seine Stärken und Potenziale genau. Hier setzt die Persönlichkeitsentwicklung mit dem LINC Personality Profiler an und bietet wertvolle Einsichten.

Verbessern Sie Ihre Führungsqualitäten im Einklang mit Ihrer Persönlichkeit – ob „Rampensau“ oder „leise Fachperson“ – mit der LINC Personality Profiler Persönlichkeitsanalyse (kurz: LPP):

Als zertifizierte LPP-Coach begleite ich Sie in einem 1:1-Online-Coaching und führe die LPP-Persönlichkeitsanalyse durch.

  • Entdecken Sie Stärken und ungenutzte Potenziale Ihrer Persönlichkeit. Erfahren Sie, wie Sie diese gezielt einsetzen können, um Ihr Team oder Ihre Projekte zum Erfolg zu führen.
  • Analysieren Sie mit dem Tiefenprofil „Führung“ Ihre fünf zentralen Führungskompetenzen: „Planen und Anweisen“, „Informieren und Kommunizieren“, „Motivieren“, „Kontrollieren“ und „Feedback geben“.
  • Reflektieren Sie Ihre Kommunikations- und Beziehungsmuster und entwickeln Sie im Coaching individuelle Strategien zur Zielerreichung:
    • Wie kommuniziere ich persönlichkeitsspezifisch mit meinem Gegenüber?
    • Wie führe ich Menschen, die besonders introvertiert oder besonders extravertiert sind?
    • Wie motiviere ich eher kooperationsorientierte Mitarbeitende, wie die wettbewerbsorientierten?
    • Wie gebe ich richtig Feedback, wenn ich es mit einer sehr gewissenhaften Person zu tun habe?

Wie läuft die LPP-Persönlichkeitsanalyse ab?

Der LPP basiert auf dem wissenschaftlich fundierten Big-Five-Modell der Persönlichkeit, dem am besten erforschten und validesten Persönlichkeitsmodell. Sie erhalten einen Zugangslink von mir, und in einem 30-minütigen Online-Test beantworten Sie Multiple-Choice-Fragen. Anschließend erhalten Sie einen 30-seitigen, visuell ansprechenden Report sowie eine vertiefte Auswertung Ihrer Führungskompetenzen. In einem Auswertungsgespräch klären wir offene Fragen und erarbeiten gemeinsam Ihre nächsten Schritte.

Buchen Sie jetzt Ihre LPP-Persönlichkeitsanalyse und entdecken Sie, wie Sie auch ohne formale Macht effektiv führen können. Kontaktieren Sie mich für ein persönliches Coaching und heben Sie Ihre Führungsqualitäten auf das nächste Level.

Weitere Infos zu Preisen und Coachingpaketen finden Sie hier: Persönlichkeitsentwicklung mit dem Linc Personality Profiler oder beim LINC Institut.

Reflecting Teams: Ein wirksames Werkzeug zur Unterstützung einer nachhaltigen Organisationsentwicklung

In der Welt der Organisationsentwicklung gewinnt das Konzept der Reflecting Teams zunehmend an Bedeutung. Insbesondere für Leitungsteams eröffnet die Kollegiale Fallberatung  in Form von Reflecting Teams neue Perspektiven und effektive Lösungsansätze. Diese Methode ermöglicht es, verschiedene Sichtweisen und Fachkenntnisse zu integrieren und führt oft zu tieferen Einsichten. In diesem Blogbeitrag werden wir die Methode des Reflecting Teams in der Organisationsentwicklung einordnen, anhand eines Praxisbeispiels erläutern und die Mehrwerte aufzeigen.

Was verbirgt sich hinter dem Ansatz des Reflecting Teams?

Ein effektives Instrument, um eine Organisationsentwicklung nachhaltig und durchdringend zu unterstützen, ist das Konzept der Reflecting Teams. Hierbei handelt es sich um eine Methode aus der Supervision. Supervision, ist ein Begriff aus dem Lateinischen und bedeutet „Überblick“. In jedem Leitungs- oder Vorstandsteam ist es hilfreich, die unterschiedlichen Perspektiven der Mitglieder auszutauschen, um Fehlentscheidungen, die die gesamte Organisation betreffen könnten, zu vermeiden. Wenn das Problem darin besteht, „vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr zu sehen“, bietet Supervision die nötige Distanz, um das große Ganze wieder zu erkennen. Die Kollegiale Fallberatung in Reflecting Teams ist ein wirksames Mittel effektiv Entscheidungen oder Führungsfragen zu reflektieren und Lösungen zu herbeizuführen, die zur Kultur eines Unternehmens passen und diese gleichzeitig weiterentwickeln.

Abbildung 1: Vier Schritte des Reflecting TEams

Wie nutzt man Reflecting Teams in der Organisationsentwicklung?

Sowohl in der Führung von Menschen wie auch bei organisationspolitischem Handeln geht es um überfachliche Kompetenzen wie professionelle Beziehungsgestaltung, wobei es auch um Emotionen und das Erkennen verdeckter Handlungsmuster geht.

Bei der Übertragung der aus Therapie und Supervision stammenden Methode des Reflecting Teams auf Leitungsteams ist die positive Wirkung bemerkenswert. Diese Form der Zusammenarbeit führt nicht nur zu neuen Sichtweisen und Lösungen, sie stärkt auch das Wir-Gefühl.

Aufgabe von Führungskräften – aus einer psychodynamischen Perspektive – ist es, für emotionalen Halt (Containment) zu sorgen, damit sich Lern- und Innovationskraft entfalten kann (Giernalczyk & Möller 2018 S. 88). Damit Führungskräfte dies können, brauchen sie selbst einen Ort, an dem sie diesen Halt erfahren können. Reflecting Teams unter Anleitung einer erfahrenen Supervisorin tragen zum Containment bei, indem sie einen strukturierten Rahmen bieten, in dem sich Teilnehmende sicher fühlen können, ihre Gedanken und Gefühle zu äußern. Ein gut etabliertes System kollegialer Fallberatung schafft so einen sicheren Raum, in dem Funktionsträger Anliegen, Ängste und Ideen offen teilen können, ohne Angst vor negativen Konsequenzen haben zu müssen.

Die Gruppe der Beratenden profitiert ebenfalls von eingebrachten Fällen durch die mittelbare Wissenserweiterung. Auch die Beratenden nehmen wertvolle Impulse für eigene Situationen mit.

Die vier Schritte der kollegialen Fallberatung in Reflecting Teams

  1. Fallvorstellung: Die ratsuchende Führungskraft (Fallgeberin) wird von der Supervisorin zu ihrem Thema interviewt und sie arbeiten eine Fragestellung heraus, zu der das Reflecting-Team befragt werden soll. Z.B. „Zwei Mitarbeiter in meinem Team haben einen Konflikt, der sich negativ auf das gesamte Team auswirkt. Wie kann ich effektiv zur Konfliktlösung beitragen und die Zusammenarbeit im Team wieder stärken?“ Das Reflecting Team hört aufmerksam zu und redet nicht.
  2. Klarheit schaffen: Nach einiger Zeit bittet die Supervisorin das Reflecting-Team Klärungsfragen zu stellen, die aus der Fallbeschreibung offen sind. Z.B. Seit wann besteht der Konflikt? Welche Schritte wurden bereits versucht? Gibt es Missverständnisse oder unterschiedliche Erwartungen? Die Fallgeberin antwortet. Keine Diskussion!
  3. Reflexion: Die Fallgeberin hört zu und schweigt (Online wird die Fallgeberin stumm geschaltet und macht das Video aus). Das Reflecting-Team spricht über das Gehörte und tauscht Wahrnehmungen und Gedanken aus und entwickelt Lösungsansätze für die Fragestellung. Wichtig ist, dass dies in einer wertschätzenden, unterstützenden und lösungsorientierten Weise geschieht.
  4. Nächste Schritte: Anschließend sprechen Supervisorin und Fallgeberin über die Schritte, die die Fallgeberin daraus ableitet. Z.B. „Ich habe in der Diskussion des Reflecting-Teams erkannt, dass ich auch nicht mehr neutral bin und werde mit beiden sprechen, um eine externe Mediation zu beauftragen“.

Best Practices und Tipps bei der Umsetzung von Reflecting Teams in Ihrer Organisation

  • Klare Strukturierung nach den dargestellten Schritten: Stellen Sie sicher, dass die Sitzungen der Reflecting Teams gut strukturiert sind, um den Fokus zu wahren und lösungsorientierte Diskussionen zu ermöglichen. Alle kennen Besprechungen, in denen viel geredet, sogar die Zeit überzogen wird, aber man hinterher auch nicht schlauer ist als vorher.
  • Schaffen Sie ein unterstützendes Umfeld: Bieten Sie den Teammitgliedern die Gewissheit, dass ihre Meinungen und Beobachtungen respektiert und geschätzt werden, um eine offene Kommunikation zu fördern.
  • Vielfältige Perspektiven einbeziehen: Bemühen Sie sich um eine diverse Zusammensetzung der Reflecting Teams, um eine breite Palette von Blickwinkeln und Erfahrungen einzubringen, was zu umfassenderen und ausgewogeneren Einsichten führt.
  • Vertraulichkeit gewährleisten: Betonen Sie die Bedeutung von Vertraulichkeit, um ein sicheres Umfeld zu schaffen, in dem sich Teammitglieder frei äußern können, ohne Angst vor negativen Konsequenzen.
  • Kontinuierliche Evaluation und Anpassung: Überprüfen Sie regelmäßig den Prozess der Reflecting Teams durch Begleitung einer externen Supervisorin in regelmäßigen Abständen.

Gerne unterstützen wir Sie, ein sich selbst tragendes System Kollegialer Fallberatung in Ihrem Team oder auf Ihrer Führungsebene zu etablieren.

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Fazit: Lohnt sich der Einsatz von kollegialer Fallberatung in Reflecting Teams?

Der Einsatz von Kollegialer Fallberatung in Reflecting Teams bietet vielfältige Vorteile. Für Teams ermöglicht er tiefere Einblicke in Kommunikations- und Arbeitsprozesse, fördert ein offenes Klima und stärkt kritisches Denken sowie gemeinsames Lernen. Führungskräfte profitieren von wertvollen Reflexions- und Feedbackmöglichkeiten, um ihre Führungsfähigkeiten und Entscheidungsprozesse zu verbessern. In konkreten Fallberatungen, wie bei Patientenfällen im Gesundheitswesen, ermöglichen Reflecting Teams eine differenzierte Betrachtung und bessere Therapie und Behandlungsansätze durch vielfältige Perspektiven.

Insgesamt tragen Reflecting Teams auf allen Ebenden zur Resilienz der Organisation bei, indem sie kontinuierliches Lernen, Weiterentwicklung und eine gemeinsame Haltung fördern. Sie stärken die Fähigkeit der Organisation, sich anzupassen und auf Veränderungen flexibel zu reagieren, was die langfristige Effektivität und Gesundheit der Organisation verbessert.